» Kontaktsperre mit Kind

Ist eine Beziehung beendet, ist in vielen Fällen eine Kontaktsperre zwischen den bisherigen Partnern unumgänglich. Doch was ist, wenn aus dieser Beziehung ein Kind hervorgegangen ist?

Keinen Kontakt mehr zueinander zu haben, ist in diesem Falle kaum zu schaffen, wenn das Kind nicht leiden soll. Dies würde zwangsläufig geschehen. Stellt sich die Frage, wie man mit diesem Thema umgeht. Davon handelt dieser Artikel.

Im Fokus steht also nicht der ehemalige Partner oder die einstige Partnerin. Es ist das Kind, nach dem die Verhaltensweisen ausgerichtet werden müssen.


Kontaktsperre mit Kind

Unter einer Kontaktsperre können Menschen leiden. Wer eine Partnerschaft beendet hat, kennt dieses Gefühl der großen Leere. Es gibt Trauer, es gibt Wut. Manchmal hoffen wir, dass sich die Situation ändert.

Doch Abstand ist häufig wichtig, manchmal sogar unabdingbar. Schwierig wird es, wenn auf ein Kind geachtet werden muss.

Kontaktsperre mit Kind – was ist wichtig?

Wenn du dich von deiner einstigen Partnerin oder deinem einstigen Partner getrennt hast, musst du vor allem dann über dein Verhalten nachdenken, wenn ihr ein gemeinsames Kind habt.

Es sind verschiedene Verhaltensweisen von großer Bedeutung, wenn dieses Kind nicht darunter leiden soll. Das ist das Thema in diesem Artikel. Ihr steht also nicht im Fokus, weder du noch dein einziger Partner oder die einstige Partnerin.

Ihr könnt denken und handeln wie auch immer ihr wollt. Doch das Kind darf nicht leiden. Es darf dir nicht egal sein.

1.) Mit dem Kind darüber reden!

Habt ihr euch getrennt und wollt ihr eine Kontaktsperre (egal ob nur einer von euch oder beide), müsst ihr mit dem Kind über dieses Thema reden. Es darf von der Situation nicht überrascht werden.

Es ist möglich, dass derjenige, bei dem das Kind lebt, dieses Gespräch übernimmt. Dem Jungen oder dem Mädchen wird vermittelt, dass ihr beide für eine gewisse Zeit nicht mehr miteinander sprechen wollt.

Es wird längst verstanden haben, dass sich etwas geändert hat. Dass ihr nicht mehr zusammen lebt und Probleme habt. Doch es muss klar sein, dass das Kind nicht schuld ist. Es darf nicht leiden.

Ihr müsst beide weiterhin da sein, dann gleich auf andere Art und Weise als zuvor. Kinder sind schlau und sollten alles wissen. Sie verstehen mehr als man denkt.

2.) Mehr Zuneigung als je zuvor

Wenn das Kind nicht unter der neuen Situation leiden soll, müsst ihr alles dafür tun, dass es sich wohl fühlt. Ihr werdet es lieben. Das werdet ihr dem Jungen oder dem Mädchen (eventuell gibt es mehrere Kinder) gezeigt haben.

Doch jetzt kommt es darauf an, dass ihr die Zuneigung kanalisiert. Und zwar jeder von euch. Das solltet ihr absprechen. Wobei es eigentlich selbstverständlich ist. Die Rede ist hier nicht von Geschenken.

Es sollte auch niemals so sein, dass das Kind dazu genutzt wird, dass ihr euch in einem besseren Licht präsentiert. Es gibt nicht den Schuldigen oder die Schuldige.

Das mag zwar in der Realität der Fall sein, doch für den Sohn oder die Tochter (oder für mehrere Kinder) ist dies nicht relevant. Ihr seid die Eltern, ihr liebt das Kind.

Auch wenn ihr nicht mehr zusammen seid und vielleicht nicht mehr miteinander redet, redet ihr mit dem Kind. Ihr tut alles, dass es ein schönes Leben hat.

3.) Den Kontakt mit dem oder der Ex auf’s maximale reduzieren!

Wenn es geht, solltest du den Kontakt immer vermeiden. Zugegeben: Durch Treffen mit dem Kind kann das schwierig werden. Deswegen unbedingt Übergänge schaffen, die kontaktfrei sind.

Wenn die Situation aus welchen Gründen auch immer so ist, dass ihr möglichst wenig Kontakt haben wollt, solltet ihr dies durchhalten. Ihr könnt nicht auf Null fahren, wenn Kinder in eurem Leben sind.

Doch ihr müsst nicht von morgens bis abends und an jedem Tag der Woche in Kontakt zueinander stehen. Macht einen Terminplan. Einigt euch möglichst ohne einen Streit darauf, wer wann und wo für das Kind zuständig ist.

Dann haltet euch daran. Keine neuen Situationen, die zu Diskussionen führen. Es gibt den Plan, dieser ist gültig. Zwischendurch kommuniziert ihr nicht. Und wenn, dann ganz kurz, zum Beispiel per SMS oder WhatsApp, wie man es heutzutage macht. Thema ist das Kind.

4.) Keine Streits vor dem Kind

Wenn ihr euch getrennt habt, wird es meinen Erfahrungen nach nicht ohne Streit vonstattengegangen sein. So eine Trennung macht man nicht nebenbei und ohne einen Grund. Denkt daran, dass ihr euch nicht vor dem Kind streitet.

Gerade wenn es eigentlich eine Kontaktsperre geben soll, die sich jedoch aufgrund eines Kindes nicht umsetzen lassen wie gewünscht, steht ihr von Zeit zu Zeit miteinander in Kontakt.

In diesen Zeiträumen dürft ihr auf keinen Fall auf eure Probleme zu sprechen kommen. Es geht nur um das Kind. Dieses bestimmt. Und es wird euch nicht in die Richtung führen, dass ein Streit unabdingbar ist.

Selbst wenn das Kind der Grund für den Streit ist, darf dies nicht in dem Moment ersichtlich sein, wenn es in eurer Nähe ist. Es wird zwar spüren, dass etwas nicht mehr so ist wie früher.

Doch ihr müsst nicht im Detail darüber reden. Was ihr miteinander zu klären habt, macht ihr nur dann, wenn ihr untereinander seid. Wobei anzunehmen ist, dass dies längst erledigt ist, wenn ihr euch auf eine Kontaktsperre geeinigt habt.

5.) Für die Zeit eine neue Wohnung suchen – ggf bei Freunden oder Famillie

Eine Kontaktsperre lässt sich so verstehen, dass man keinen Kontakt mehr zueinander hat. Wie in diesem Artikel mehrfach angedeutet, ist dies mit einem Kind schwierig. Doch der eine Partner muss die Wohnung verlassen. Ansonsten ist keine Kontaktsperre geben.

Wenn möglich, ist derjenige, der das Kind nicht bei sich hat, in einer eigenen Wohnung oder in einem Hotel. Natürlich könntest du auch versuchen bei Freunden oder bei Mitgliedern deiner Familie unterzukommen.

Oder falls dein/deine Ex derjenige oder diejenige ist, der oder die nicht hauptsächlich für die Erziehung des Kindes verantwortlich zeichnet, kann er oder sie eventuell zu Freunden oder zu Familienmitgliedern gehen.

Wenn die Möglichkeit auf eine zweite Wohnung besteht, dann möglichst mit einem eigenen Zimmer für das Kind oder für die Kinder. Das könnt ihr dem Sohn, der Tochter oder allen Kindern (sofern es mehrere gibt) gut vermitteln.

6.) Immer Reibungspunkte bei Kontakt vermeiden

Ich kenne die Gründe für eure Trennung nicht. Sie müssen schwerwiegend sein, wenn ihr euch trotz eines Kindes getrennt habt und eine Kontaktsperre möglichst einhalten wollt. Das ist wie zuvor angedeutet aus mehreren Gründen nicht so leicht.

Wenn ihr euch also seht, dann vermeidet Reibungspunkte. Ignoriert die Themen, die euch belasten. Zumindest, wenn das Kind in der Nähe ist. Das könnt ihr zu einem anderen Zeitpunkt klären. Jetzt steht nur das Kind im Mittelpunkt.

7.) Emotionale Abkapselung

Wenn es durch das Kind zu Kontakt kommt, sollte man sich emotional abkapseln. Gemeint ist, dass aller Ärger, jegliche Trauer und vor allem Wut in den Momenten ignoriert werden, wenn das Kind bei euch ist.

Es ist wie zuvor angedeutet einfach nicht der richtige Moment, um eure Probleme weiter auszuführen. Das ist vermutlich schon häufig genug geschehen. Mach dir ein weiteres Mal bewusst, dass das Kind im Mittelpunkt steht.

Es muss glücklich sein, wenn ihr beide bei ihm seid. Es darf nicht irritiert werden durch eure Verhaltensweisen. Daran müsst euch beide halten.

8.) Unterhaltsfragen klären

Gerade wenn Kinder zu einer Beziehung gehören und wenn es zu einer Trennung kommt, stellen sich Fragen des Unterhalts. Bekanntlich geht dies manchmal bis vor Gericht.

Wenn zwei Menschen, denen die eigenen Kinder sehr wichtig sind, sich trennen, sollte diese Thematik schnell zu regeln sein. Macht euch bewusst, dass es dem Kind gut gehen muss. Es darf nicht leiden.

Der eine Partner muss dem anderen Geld zahlen, der für die Erziehung verantwortlich ist. Dort, wo das Kind lebt, muss das Geld sein. Und zwar regelmäßig und ohne dass der Partner oder die Partnerin, der oder die das Geld empfängt, auf dieses warten muss.

Klärt diese Problematik rechtzeitig und versucht, dass ihr euch möglichst einig werdet. Vielleicht holt ihr euch Hilfe. Die bestehenden Gesetze können den Ausschlag geben, was die Summen betrifft. Denke immer daran, es ist alles für das Kind.

Kontaktsperre als Kindsvater

Es ist den Erfahrungen nach ein Unterschied, ob der Vater eines Kindes die Mutter verlässt und somit sein Kind oder umgekehrt. Die Mütter übernehmen meist die Erziehung, der Vater hat weniger Einfluss. Das macht die Situation schwieriger.

Denn der Einfluss sollte nicht verloren gehen. Das Kind wird den Vater immer vermissen, wenn dieser zuvor ein intensiver Teil des Lebens war. Mach dir dies bewusst, egal ob du der Vater bist oder die Mutter.

Denke an das Kind, nicht daran, wie du dich fühlst. Vor allem gilt: Alle Regeln von oben aus diesem Artikel befolgen!

Kontaktsperre mit Kind und gemeinsamer Wohnung

Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, ist die normale Familie in einer gemeinsamen Wohnung lebend. Das macht eine Trennung häufig problematisch und schwierig umzusetzen.

Sie ist einfacher zu organisieren, wenn einer der Partner das Kind bei sich hat und der andere in einer anderen Wohnung oder in einem anderen Haus lebt. Dann sieht man sich halt seltener und das Kind ist mal bei dem einen und mal bei dem anderen.

1.) Wohnungssituation klären. Bei Freunden und co unterkommen

Die Situation mit der Wohnung muss geklärt werden. Es könnte immer die theoretische Möglichkeit bestehen, für einen gewissen Zeitraum bei Freunden oder bei Mitgliedern der Familie und dazu kommen, wie ich zuvor bereits geschrieben habe.

Das bringt Zeit und Luft, um die neue Situation zu bewerten. Am Ende bei einer echten Trennung muss es zwei getrennte Wohnungen oder Häuser geben.

2.) In der Zeit der Kontaktsperre Besichtigungstermin mit Kind möglichst reduzieren! So das wenig Kontakt mit dem Ex oder der Ex möglich ist.

Wichtig ist, dass man sich einen Plan macht, wenn ihr ein Kind habt und euch eine Kontaktsperre auferlegt. Ihr wollt möglichst wenig Kontakt zueinander haben?

Dann ist so eine Planung von großer Bedeutung. Jeder weiß, wann das Kind bei ihm oder bei ihr ist. Und nur in der Zeit der Übergabe seht ihr euch. Dies geschieht nie spontan.

Bei Kontaktabbruch trotz Kind – viel Liebe für das Kind zeigen

Ganz egal wie eure persönliche Situation ist: denkt immer daran, dass das Kind der Mittelpunkt ist. Von ihm habt ihr euch nicht getrennt.

Auch wenn du mit deinem ehemaligen Partner oder mit einer einzigen Partnerin aus welchen Gründen auch immer nicht mehr viel zu tun haben möchtest, möchtest du doch weiterhin Kontakt zu deinem Kind haben.

Oder wenn du diesen ohnehin hast, möchtest du, dass das Kind sich wohl fühlt und glücklich ist. Dazu braucht es auch den Vater oder die Mutter, der oder die nicht mehr ständig bei ihm ist. Ignoriert eure eigenen Gefühle.

Viel Liebe für das Kind zeigen, ist in seiner solchen Situation extrem wichtig! Wie zuvor mehrfach betont, darf das Kind nicht unter der Situation leiden.

Fazit: Kontaktsperre mit Kind

Eine Kontaktsperre mit Kind ist schwierig und eine Herausforderung. Doch sie ist möglich. Sicherlich nicht zu 100 %. Anders, als wenn ihr euch einfach nicht mehr seht, weil ihr euch getrennt habt und Abstand benötigt, ist sie nicht vollständig einzuhalten.

In den Momenten, in denen der Partner, der nicht mehr in der heimischen Wohnung ist, mit dem Kind zu tun hat, musst du nicht dabei sein. Doch es wird je nach Alter einen Moment der Übergabe geben.

Ihr müsst alles gemeinsam organisieren, Entscheidungen treffen und so weiter. Gelingt dies, werdet ihr alle ein angenehmes Leben haben. Vor allem das Kind leidet nicht. Das müsst ihr euch immer wieder bewusst machen. Der persönliche Ärger ist nur zweitrangig.

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