» Ghosting in der Psychologie – der geghostede und der verlassende

Du wurdest von deinem ehemaligen Partner oder deiner ehemaligen Partnerin geghostet?

Auch ich habe so etwas schon erleben müssen und weiß wirklich, was das für ein Gefühl ist und welche Gedanken dir durch den Kopf gehen.
Es ist ganz gewiss nicht leicht, mit so etwas umzugehen und es dauert auch eine ganze Weile, bis du mit dem Thema abschließen kannst und dich wieder besser fühlst.
Doch es gibt Wege, damit das schneller geht. Wichtig dabei ist vor allem, dass du nicht aufgibst.

Wenn du erst die Gründe kennst, warum manche Menschen andere ghosten, dann fällt es dir vielleicht leichter, damit umzugehen.

In diesem Beitrag werde ich dir …
a.) … vor Augen führen, wie du dich fühlst und was du dagegen unternehmen kannst
b.) … die häufigsten Gründe benennen, warum Menschen andere Menschen ghosten!

Es gibt sicher viele kostenpflichtige Seiten im Internet, auf denen du vermeintlich gute Ratschläge bekommst, um mit dem Thema umzugehen. Ich möchte dir jedoch kostenlos die Möglichkeit geben, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Warum? Weil ich schon selber in einer solchen Situation war und möchte, dass dir geholfen wird. Ich hätte mir damals gewünscht zu wissen, warum jemand so etwas tut oder was ich tun kann um mich besser zu fühlen.

Ghosting in der Psychologie – was passiert mit uns und dem Geghosteten



Plötzlich bricht der Kontakt ab. Bis gestern dachtest du noch, alles ist Ordnung mit euch und plötzlich – Funkstille. Keine Reaktion auf deine Nachrichten und er oder sie meldet sich einfach nicht mehr bei dir. Du wurdest geghostet. Doch was macht dieser plötzliche Abbruch jeglichen Kontaktes eigentlich mit dir? Was kannst du gegen die Gefühle, die du nun unweigerlich haben wirst, tun? Und warum macht jemand überhaupt so etwas?

Das passiert mit uns: 1. Wir haben keine Möglichkeit zu reagieren

Wirst du „geghostet“, dann wird dir jegliche Möglichkeit auf eine Gegenreaktion genommen! Wie einen Satz, den du nicht zu Ende sprechen kannst! Dadurch, dass dir einfach ein Gegenüber fehlt, bleibt nur diese Machtlosigkeit. Kein schönes Gefühl.

Dieses „nicht beenden des Satzes“ löst am Ende dieses extrem schmerzhafte Gefühl aus! Der Grund dafür ist, du kannst innerlich einfach nicht abschließen. Du machst dir ständig Gedanken über das, was du nicht mehr loswerden konntest.

Was kannst du tun?

Gehe in dich! Reflektiere, warum du diesen „Satz“ unbedingt beenden willst! Denke dabei rein logisch und möglichst wenig emotional! Warum willst du etwas beenden, was du NICHT beenden kannst! Es macht keinen Sinn! Du hattest keinerlei Einfluss darauf und wirst ihn höchstwahrscheinlich auch nicht mehr haben. Du musst dich von der Vorstellung und dem Wunsch den Satz zu beenden, vollständig lösen.

Das passiert mit uns: 2. Wir wollen wissen, warum!

 

Du willst herausfinden, warum es so weit gekommen ist. Du willst wissen, was genau zur Trennung geführt hat! Warum der andere dich einfach so im Regen stehen gelassen hat!

Das ist vollkommen normal! Denn du wurdest verletzt! Natürlich möchtest du gerade unter diesen Umständen wissen, was genau eigentlich los ist.

Was kannst du tun?

Du musst dir darüber klar werden, dass du selber dir diese Fragen nie beantworten kannst. Schließlich kannst du nicht in den Kopf des anderen hineinsehen. Es bringt dir auch nichts, dir selber die Schuld zu geben und ständig daran zu denken, was du vielleicht hättest anders machen können.

Mach dir bewusst, dass nur derjenige, der dich geghostet hat, dir diese Frage beantworten kann! NIEMAND ANDERS!
Wenn du merkst, dass du anfängst zu grübeln, dann frage dich selbst: Warum solltest du eine Frage beantworten, die du gar nicht beantworten kannst?

Du siehst bestimmt selber, das ergibt keinen Sinn! Löse dich also von dieser Frage und höre auf zu grübeln!

Das passiert mit uns: 3. Wir vermissen umso stärker aus einem verletzten Ego heraus

Er oder sie hat dich wortlos verlassen! Einfach so! Ohne erkennbaren Grund. Und er oder sie hatte die Kraft dazu! Unser Ego implementiert damit automatisch, dass er oder sie uns einfach überlegen ist bzw. war. Damit denkt unser Ego automatisch, wir waren nicht gut genug. Das ist ganz schlecht für dein Selbstvertrauen.

Wenn du selbst ihn oder sie verlassen hättest, dann wäre dieser zusätzliche Verstärker kaum noch da und du würdest dir auch bei weitem nicht so viele Gedanken machen.

Was kannst du tun?

Werde dir bewusst darüber, warum du dich so schlecht und minderwertig fühlst. Auf gar keinen Fall weil du es bist, sondern weil du verletzt wurdest, ohne den Grund dafür zu kennen. Deine Gefühle, die du jetzt unweigerlich haben wirst, haben nichts mit dir persönlich zu tun. Heile diese innere Verletzung mit ganz, ganz viel Selbstliebe. Triff dich mit deinen besten Freunden, die dir das Gefühl geben werden, etwas wert zu sein und jemand Besonderes zu sein. Mach vielleicht auch bessere Erfahrungen mit anderen Partnern.

Es wird dir direkt viel besser gehen!

 

Das passiert mit uns: 4. Wir hätten ihm oder ihr noch so viel sagen können

Du hättest ihm oder ihr gerne noch so viele Dinge gesagt! Und jetzt ist die Chance dafür einfach weg. Genommen worden! Alle Worte, seien sie positiv oder negativ, die dir noch wichtig waren, werden nun nie ausgesprochen werden. Das macht es für dich nicht leichter über die Trennung hinwegzukommen.

Dadurch, dass du die Worte nie loswerden konntest, wirst du ganz automatisch immer wieder daran denken müssen. Wie hätte er wohl reagiert, wie hätte er empfunden, was hätte er geantwortet, wäre er dann auch gegangen? Diese und noch viele weitere Gedanken kreisen dir durch den Kopf und lassen dich nicht zur Ruhe kommen.

Keine gute Situation für dich.

Was kannst du tun?

Schaffe dir ein Bewusstsein dafür, dass er oder sie es einfach nicht wert ist! Warum willst du einem Menschen, der dich derart behandelt hat, etwas schenken! Oder in ihn oder sie deine wertvolle Energie investieren.

Du hattest noch so viel zu sagen aber er oder sie hatte nicht die Lust oder den Mut sich deine Worte anzuhören und mit dir offen und ehrlich zu kommunizieren. Du hast eindeutig etwas Besseres verdient. Sage dir das selber immer wieder, irgendwann bist du davon überzeugt. Nicht du bist die Person, die einen Fehler gemacht hat. Nicht du solltest so leiden und dir so viele Gedanken machen müssen.

Das passiert mit uns: 5. Wie konnte er nur – diese stille Wut und Trauer

Oft empfinden wir, nachdem wir geghostet wurden, extreme Wut und extreme Trauer! Das ist normal und gehört dazu! Denn wir wollen etwas verstehen, was nur der oder die andere uns sagen kann oder könnte! Leider liegt es in der Natur des Menschen Dinge verstehen zu wollen. Auch die Dinge, von denen wir eigentlich wissen, dass es unmöglich nachvollziehbar sein kann, will die Menschheit entschlüsseln. So auch den Grund, warum wir geghostet wurden. Das du Wut und Trauer empfindest ist hier völlig normal. Du bist enttäuscht, du hattest eigentlich etwas anderes erwartet. Du darfst auch wütend sein, nur nicht auf dich selber.

Was kannst du tun?

Lasse diese Wut und Trauer übersteigert raus! Jeden Tag bewusst! Lass zum Beispiel jeden Abend deine Trauer raus und schreibe dir alles von der Seele! Das gleiche kannst du auch mit deiner Wut machen. Stell dir vor, dass die Person, die dich verlassen hat, vor dir stehen würde. Was würdest du ihm oder ihr alles sagen? Was bewegt dich und welche Gefühle hast bzw. hattest du?

Notiere einfach all die Dinge, die dir durch den Kopf gehen. Du wirst sehen, dass du dich hinterher sehr viel besser und irgendwie befreit fühlen wirst. Um dem Ganzen noch den letzten Schliff zu geben, kannst du deinen Zettel hinterher verbrennen oder zerreißen. Das ist dann für dich selbst das Zeichen, dass du mit dieser Sache endgültig abgeschlossen hast.

Es wird dir sehr helfen!

Warum werden wir geghosted

Aus diesem Grund: 1. Grundsätzliche fehlende Verantwortung

 

Der oder die andere übernimmt einfach keine Verantwortung und handelt sehr egoistisch. Würde er oder sie verantwortungsvoll handeln, dann hätte bei der Trennung ein Gespräch stattgefunden. Dann hättest du noch mal alles loswerden können, was dir auf der Seele lag. So aber ist diese Person dem schweren Schritt aus dem Weg gegangen und hat sich den leichtesten Weg gesucht. Schade nur, dass dieser Weg für dich so schmerzhaft ist.

Aus diesem Grund: 2. Überforderung

Gerade bei Beziehungsangst kommt so etwas oft aus einer Überforderung heraus zustande! Vielleicht weiß der entsprechende Partner einfach nicht, wie er mit so einer Situation umgehen soll oder hat Angst vor deiner Reaktion. Natürlich rechtfertigt das noch lange nicht das, was er oder sie mit dir gemacht hat.

Aus diesem Grund: 3. Feigheit

Man entzieht sich dem unangenehmen Moment, dem anderen bei einer Trennung offen in die Augen zu schauen! Das kann eine Mischung aus Überforderung und Feigheit sein. Ist der Grund wirklich einfach nur Feigheit, dann ist dieser Grund nicht zu entschuldigen. Gerade wenn man in einer Beziehung ist, sollte man den Mut haben, einander in die Augen zu sehen. Auch wenn der Augenblick alles andere als positiv ist. So viel Mut sollte jeder besitzen.

Aus diesem Grund: 4. Psychopatischer Narzissmus

Es ist wirklich traurig, wenn es an diesem Grund liegt, dass du geghostet wurdest.
Der oder die andere kann NICHT emphatisch fühlen und handelt sehr kalt, um andere zu verletzen. Das muss noch nicht mal absichtlich geschehen. Oftmals können die Betroffenen einfach nicht anders. Es fehlt ihnen die Fähigkeit, sich in andere, auch in dich, hineinzuversetzen. Die andere Person würde niemals nachvollziehen können, was du durchmachst oder was du fühlst. Es ist ihm oder ihr schlichtweg egal. Und das noch nicht mal aus böser Absicht.

Aus diesem Grund: 5. Es liegt ein externer Umstand zugrunde!

Es muss nicht immer was mit dir zu tun haben.
Der oder die Ex kann sich einfach aus anderen Gründen nicht mehr melden! Im schlimmsten Fall hatte er oder sie einen Unfall und ist zurzeit einfach nicht in der Lage sich zu melden. Vielleicht hat die Person auch gerade einen persönlichen Schicksalsschlag hinter sich und muss damit erst mal selber klar kommen. Sicher, in einem solchen Fall sollte man natürlich mit dem Partner darüber reden. Es gibt aber auch Menschen, die einfach in einem solchen Fall erst mal Zeit für sich brauchen. Aber ich möchte ehrlich sein: Ein solcher Fall tritt eher selten ein.

Aus diesem Grund: 6. Egospiele

Der andere oder die andere hat dich nur benutzt! Ihr oder sein Ego fühlt sich darin bestätigt, dir derart weh zu tun! Vielleicht mach es ihm oder ihr sogar Spaß so mit deinen Gefühlen zu spielen. Das liegt nicht an dir, diese Menschen können einfach nicht anders. Sie brauchen das Gefühl von Macht, um sich selber stark und überlegen zu fühlen. Daran wirst auch du leider nichts ändern können.

Aus diesem Grund: 7. Der oder die Ex will dir nicht weh tun – und denkt auf die Art klappt es am besten!

Dieser Grund weckt zwiegespaltene Gefühle. Es ist einerseits als nett anzusehen, dass die Person dir eigentlich gar nicht wehtun will. Andererseits ist das Verhalten dennoch sehr unfair dir gegenüber.

Ganz nach dem Motto – ich weiß, was am besten für dich ist, entscheidet er oder sie über deinen Kopf hinweg. Du solltest selber entscheiden. Auf den Gedanken, dass es dich mehr verletzt, wenn er oder sie sich einfach nicht mehr meldet, kommt die Person gar nicht erst. Vielleicht ist es ihr auch egal. Hier werden die eigenen Bedürfnisse und Empfindungen ganz klar über deine gestellt. Das ist nicht in Ordnung.

Fazit

Geghostet zu werden kann viele Ursachen haben. Es ist schwer, genau zu sagen, welche zutreffend ist. In den meisten Fällen wird es wohl eine Kombination aus verschiedenen Ursachen sein. Angst, wie du reagieren könntest, das fehlende Einfühlungsvermögen oder einfach das eigene Ego.

Doch egal was die Ursache ist, für dich ist es in der Regel kaum ein Trost. Du fühlst dich schlecht, vielleicht sogar minderwertig. Es ist ganz verständlich, dass du alles, was du noch sagen wolltest, nicht so einfach vergessen oder deine kreisenden Gedanken ausschalten kannst. Dafür war das Ende einfach zu überraschend, zu unverständlich. Du fragst dich ständig, was wäre wenn?

Vielleicht fragst du dich aber auch, ob es an dir lag. Die Antwort ist ganz klar: NEIN! Versuche dein Gedanken-Karussell abzustellen. Schreibe deine Gedanken, Ängste, Wünsche, deine Wut und deine Trauer auf einen Zettel. Das wird dir helfen, mit der Situation umzugehen.

Zerreiße oder verbrenne am Ende den Zettel und schließe mit dem Thema ab. Deine Freunde, deine Familie oder auch ein neuer Partner/eine neue Partnerin werden dir dabei helfen, auf neue und bessere Gedanken zu kommen.

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